Ein paar Gedanken…


Gefühle – hinreichende oder notwendige Bedingung fürs Leben?
14. Dezember 2008, 2:03
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leben
Hallo,

heute beschäftige ich mich mit dem Thema Gefühle. Wir haben sie überall, in jeder Situation. Oft unbewusst überkommen sie uns. Wir fühlen ständig. Wir schätzen Situationen ein und schon hat uns das entsprechende Gefühl heimgesucht. Manche Gefühle können gar nicht richtig definiert werden, wir können sie umschreiben. Das unheimliche Gefühl spät abends an einer verlassenen U-Bahnstation zum Beispiel. Woher kommt es? Unruhe, Vorahnung. Sie stammen von Erfahrungen, die wir gemacht haben, Erinnerungen aus Berichten, Filmen, Büchern. Aber sind diese Gefühle wirklich der Grundstein des Lebens?

Gehen wir einfach von einer Welt aus, in der wir keine Gefühle haben. Keine Trauer, kein Leid, aber auch keine Freude, keine Liebe. Was würde uns dazu veranlassen, so zu handeln, wie wir dann eben handeln? Wenn ich nichts verspüre, kann ich meine Situation überhaupt nicht einschätzen. Ich weiß überhaupt nicht, ob ich glücklich bin, ich existiere überhaupt nicht. Ich empfinde nichts für einen Mitmenschen. Ist er mein Freund oder mein Feind? Ich kann keine Zuneigung oder Abneigung empfinden.
Was hält mich also an meinem Leben? Wenn ich nichts fühle, dann kann ich auch nicht danach streben, das Gefühl zu verändern. Denn das ganze Leben basiert ja darauf, Gefühle zu erhalten oder zu verändern. Mein Wille ist abhängig von meinen Gefühlen. Sie sind die Treibkraft, der Ansporn, etwas zu tun.
Ich sitze jetzt hier vor meinem Computer. Was hat mich dazu gebracht, mich hier hin zu setzen? Das Gefühl, etwas schreiben zu wollen. Und wie fühle ich mich im Moment? Ganz behaglich, der Ofen ist an, in meinem Zimmer ist es warm und eigentlich geht es mir ganz gut. Ich bin zwar weder enorm glücklich noch sehr unglücklich, aber ich habe trotzdem das Gefühl, dass es mir nicht schlecht geht. Ein sehr unbestimmtes Gefühl, aber ich weiß, dass ich etwas fühle.
Würde ich nichts fühlen, könnte mir alles gleichgültig sein. Meine Umwelt wäre von mir vollkommen abgeschottet und andersherum ich auch von ihr. Was würde mich mit ihr verbinden? Nichts, denn ich empfinde nichts für sie, genauso wie sie nichts für mich empfindet. Absolute Gleichgültigkeit auf beiden Seiten wäre die Folge einer gefühlslosen Welt.

Der letzte Schritt, den man in dieser Überlegung gehen muss ist, ob es die Welt dann überhaupt geben würde. Ohne Triebe, ohne Motivation, entsteht kein neues Leben. Wenn keiner am anderen interessiert ist gibt es auch keine Zukunft. Die Welt wäre sinnlos, leer. Sie würde nicht einmal selbst wahrnehmen, dass es sie überhaupt gibt.

Und somit ist der letzte Schritt vollzogen. Die Schlussfolgerung, auf die man beinahe unweigerlich kommen muss ist also, dass Gefühle eine absolut notwenige Bedingung sind um zu leben und leben zu lassen.

LG, Age


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